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Ehrenamtliche Mitarbeit



Mitarbeit ist in unterschiedlichen Bereichen möglich

  • Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen zu Hause, in den Pflegeheimen, im Krankenhaus und im Stationären Hospiz Veronika in Eningen

  • Öffentlichkeitsarbeit (Infostände, Vorträge, Informationsveranstaltungen)

  • Mitarbeit bei vereinsinternen Veranstaltungen

  • Trauerbegleitung im Trauercáfe in der Reutlinger Ciy-Kirche, bei Einzelgesprächen, Mithilfe in den Trauergruppen (nach Zusatzqualifikation)

Der folgende Erfahrungsbericht soll einen Einblick in den möglichen Verlauf einer Begleitung geben:

Zwei Töchter berichten, wie der Familie bei der Betreuung ihrer Mutter geholfen worden ist:

„Wir dachten, so etwas gibt es gar nicht.“
Solvejg S. scheint heute noch darüber erstaunt zu sein, wie die Mitarbeiterinnen des ambulanten Hospizdienstes in den letzten beiden Lebenswochen ihrer Mutter geholfen haben.

„Die ganzen Nächte über war immer jemand da, acht Stunden oder länger, und das absolut unentgeltlich“, sagt die 18jährige. Und sie setzt hinzu: „Die Frauen waren unglaublich lieb!“

Solvejg und ihre 16 Jahre alte Schwester Maren sitzen am Tisch in der kleinen Küche ihrer Wohnung in Reutlingen. Sie gehen offen mit dem ernsten Thema um. Ihre Mutter Sybille S. wusste schon seit 1998 von ihrer Krebserkrankung. Ihre vier Kinder wollte sie nicht belasten. Erst am 22. Dezember 2003, dem ersten Tag eines vierwöchigen Krankenhausaufenthalts, erfuhren der Sohn und die drei Töchter die Diagnose von den Ärzten. Die Krankheit war unheilbar, die Spezialisten glaubten, dass die Kranke nur noch wenige Wochen zu leben habe.

„Dass es fast ein Jahr wurde, war ein Geschenk“, sagt Solvejg heute. Sybille S. konnte diese Zeit zu hause verbringen. Kristin (23), Jan (22), Solvejg und Maren hatten sich darauf geeinigt, den größten Teil der Pflege zu übernehmen, im Prinzip eine Betreuung rund um die Uhr, die von den professionellen Pflegerinnen der Sozialstation unterstützt wurde.

Sybille S. war 15 Jahre allein erziehend gewesen, der Vater hatte den Kontakt zur Familie früh abgebrochen.

„Unsere Mutter war immer da, wenn wir von der Schule heimkamen“, berichteten Solvejg und Maren weiter. Die Arbeit als Lektorin in einem Verlag ließ das zu. Trotz fortschreitender Krankheit nahm die Mutter großen Anteil am Leben der Kinder, half bei den Hausaufgaben, ließ sich alle neuen Kleidungsstücke vorführen. Doch die Kräfte ließen nach, spätestens im Herbst 2004.

„Wir wollten unsere Mutter nachts nicht mehr alleine lassen“, beschreibt Solvejg diese Wochen, „aber wir mussten wegen der Schule doch auch schlafen.“ Vom ambulanten Hospizdienst hatte die Familie schon früher gehört. Ein Hilfsangebot wurde sofort gemacht, doch noch hatten die Kinder Zweifel. „Wer kommt da bloß?“ Wir können die Mom doch nicht mit jemand Fremdem alleine lasen, hätten sich die Geschwister überlegt, erzählt Maren. Doch diese Sorgen waren schnell zerstreut.

„So was von offen und herzlich“ seien die Hospizmitarbeiterinnen gewesen, die abends kamen und bis zu 12 Stunden da waren. „Ich saß an den Abenden mit diesen Frauen bei Mom am Bett, ich konnte freier über meine Sorgen und Ängste reden als mit engen Freunden.“

Thema war die Krankheit, aber auch der Alltag, wie Marens Leistungen im Sport oder beim Schülerzirkus.

Solvejg: „Eine der lieben Frauen hat eine Hose für uns umgenäht, ist das nicht unglaublich?“

Die Mutter starb an einem Novembertag 2004. Anschließend blieb sie noch 36 Stunden im Haus.
„Wenn Mom gleich weg gewesen wäre, das wäre sehr schlimm gewesen“, sagen beide Töchter.
Solvejg meint: „Zwei Stunden nach ihrem Tod war Mom noch einmal so schön wie lange nicht mehr.“
Nach anderthalb Tagen sei dann der Eindruck entstanden, dass nur noch eine Hülle geblieben war. Der Abschied war nun möglich. Solvejg sagt über das ganze Jahr:
„Unsere Mutter hat in ihrem Leben so viel für uns getan, nun konnten wir ein kleines bisschen zurückgeben.“

Bericht in der Stuttgarter Zeitung mit Genehmigung des Verfassers Michael Petersen